Kaum eine Frage bekommen wir öfter zu hören – und kaum eine wird schwammiger beantwortet. „Kommt drauf an“ stimmt zwar, hilft dir aber null weiter. Also machen wir es anders: konkrete Zahlen, die typischen Preisfallen, ein echtes Rechenbeispiel und eine ehrliche Empfehlung, wann sich was lohnt.
Die kurze Antwort – und warum sie unbefriedigend ist
Eine Website kann nichts kosten oder mehrere zehntausend Euro. Der Unterschied ist so groß wie zwischen einem Klapprad und einem Transporter – beides bringt dich von A nach B, aber eben nicht für dasselbe Geld und nicht mit demselben Ergebnis.
Damit du eine Orientierung hast: Eine einfache, aber ordentliche Unternehmensseite mit ein paar Unterseiten bewegt sich beim klassischen Kauf meist zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Kommen Onlineshop, mehrsprachige Inhalte oder aufwendige Funktionen dazu, geht es schnell deutlich höher. Der Baukasten kostet dich wenig Geld, dafür Zeit. Und die Mietwebseite verteilt das Ganze auf einen Monatsbeitrag.
Die drei Wege im direkten Vergleich
Grob gibt es drei Wege zur eigenen Website. Jeder hat seine Berechtigung – es kommt darauf an, was du brauchst und wie viel du selbst machen willst.
| Baukasten | Kauf (Agentur) | Mietwebseite | |
|---|---|---|---|
| Startkosten | 0–25 €/Monat | 2.000–8.000 €+ | ab 9,90 €/Monat |
| Laufende Kosten | Abo + deine Zeit | Hosting & Wartung extra | alles inklusive |
| Design | Vorlagen | individuell | individuell |
| SEO-Kontrolle | begrenzt | voll | voll |
| Pflege & Technik | du selbst | du / gegen Aufpreis | übernehmen wir |
| Passt für | Hobby, Test | große Budgets | kleine & mittlere Unternehmen |
Was den Preis wirklich treibt
Wenn zwei Angebote weit auseinanderliegen, steckt der Unterschied fast immer in diesen Punkten:
- Umfang: Ein Onepager ist schnell gebaut. Zehn Unterseiten mit Blog, Team-Seite und Karrierebereich sind mehr Arbeit.
- Individualität: Ein Standard-Theme ist günstiger als ein Design, das es so nur bei dir gibt.
- Funktionen: Kontaktformular, Terminbuchung, Onlineshop, Mehrsprachigkeit – jede Funktion kostet Aufwand.
- Inhalte: Wer Texte und Bilder selbst liefert, spart. Wer sie erstellen lässt, sollte es einplanen.
- Technik & Sicherheit: Ladezeit-Optimierung, DSGVO-konforme Einbindung, Barrierefreiheit – unsichtbar, aber Arbeit.
Die Kosten, die im Angebot gern fehlen
Der Kaufpreis ist selten der Endpreis. Nach dem Go-Live läuft eine Website nämlich nicht von allein weiter. Hosting und SSL-Zertifikat kosten Monat für Monat. Die Domain will bezahlt werden. Updates für System und Sicherheit sind Pflicht, sonst wird die Seite über kurz oder lang zum Risiko. Und jede kleine Änderung – ein neuer Text, ein neues Angebot – kostet bei vielen Anbietern extra.
Rechne diese Posten immer mit ein. Eine „günstige“ Seite, bei der am Ende jede Kleinigkeit zusätzlich berechnet wird, ist oft teurer als ein transparenter Monatsbeitrag, in dem alles drin ist.
Ein Rechenbeispiel aus der Praxis
Nehmen wir einen Handwerksbetrieb, der eine ordentliche Website mit fünf Unterseiten braucht. Beim klassischen Kauf zahlt er rund 4.000 € einmalig. Dazu kommen Hosting und Wartung mit etwa 40 € im Monat. Nach drei Jahren steht er bei rund 5.440 € – und die Seite ist inzwischen technisch drei Jahre alt.
Dieselbe Seite als Mietwebseite im mittleren Paket kostet ihn zum Beispiel 49,90 € im Monat, alles inklusive. Nach drei Jahren sind das rund 1.800 € – ohne Kapitalbindung, mit laufender Pflege und ohne veraltete Technik. Über sehr lange Zeiträume kann sich das drehen; für die ersten Jahre fährt er mit Mieten aber deutlich planbarer und günstiger.
Kaufen oder mieten – was passt zu dir?
Kaufen ergibt Sinn, wenn du das Budget hast, sehr spezielle Anforderungen mitbringst und die Seite langfristig selbst betreiben willst. Du hast dann die volle Kontrolle – trägst aber auch die Verantwortung für Technik, Sicherheit und Pflege.
Mieten passt, wenn du planbar starten möchtest, ohne mehrere tausend Euro auf einmal zu investieren, und dich nicht um die Technik kümmern willst. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist das der pragmatischere Weg – gerade, wenn die Website vor allem eines soll: Anfragen bringen.
Worauf du bei jedem Angebot achten solltest
Lass dich nicht von einer einzelnen Zahl blenden. Frag nach, was enthalten ist und was extra kostet. Frag, wer sich nach dem Go-Live um Updates und Sicherheit kümmert. Und frag, was passiert, wenn du später etwas ändern willst. Ein seriöser Anbieter beantwortet das ohne Zögern – und rechnet dir vorher vor, worauf du dich einlässt.
Quellen & Weiterführendes
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